Überlegungen vor dem Haustierkauf am Beispiel des Hundes

Es ist einfach zu sagen „ich möchte mir einen Hund kaufen“, aber bevor man sich ein Haustier anschafft, sollte man ernsthaft darüber nachdenken. Unabhängig davon, was für ein Tier uns interessiert, Hund, Katze, Kaninchen oder Meerschweinchen, müssen wir beachten, dass hier die Persönlichkeit eine sehr große Rolle spielt und nicht nur z.B. die Rasse der Tieres. Die Mehrheit von Problemen mit den Vierbeinern liegt an der falschen Wahl.

Es ist empfehlenswert, sich ein paar Fragen zu stellen, die bei der Entscheidung helfen. Was ist wichtig, wenn wir z.B. einen Hund kaufen möchten?

  1. Unsere Erfahrung mit Hunden. Manche Hunderassen haben starke und dominierende Charakter, deshalb brauchen sie einen konsequenten und erfahrenen Halter.
  2. Soll es ein kleiner, großer oder mittlerer Hund sein? Das ist wichtig nicht nur im Bezug auf die Fläche, die der Hund bewohnen wird, sondern auch darauf, wie viel uns das Futter und die Pflege kosten werden und wieviel Zeit wir für die Spaziergänge und die Erziehung aufbringen müssen. Die größeren Hunde brauchen vor allem mehr Bewegung, längere Spaziergänge und Schulungen.
  3. Soll es ein Rassehund oder ein Mischling sein? Jede Rasse hat spezifische Eigenschaften, deshalb müssen wir nachdenken, welche Eigenschaften ein Hund haben soll, der zu unserem Lebensstil passen würde. Wichtig ist auch, woher wir den Hund kaufen oder nehmen, in welcher Umgebung lebte bisher unser Tier, was er bisher hatte und was ihm fehlte. Wenn es ein Welpe ist, wäre es gut seine Mutter kennen zu lernen – ihr Charakter hat einen großen Einfluss auf die Charakter ihrer Kinder.
  4. Möchten wir einen Welpen erziehen oder einen erwachsenen Hund nehmen? Die Erziehung von Welpen ist nicht einfach und braucht Zeit und Geduld. Der Welpe braucht von Anfang an richtige Verhaltensmuster und wir müssen Zeit für Erziehung und Sozialisieren finden. Der erwachsene Hund wird dagegen schon gewisse Angewohnheiten haben.
  5. Wer und wie viel Zeit kann dem Hund widmen? Wenn wir Familie haben, können wir die Pflichten unter die Familienmitglieder verteilen. Wenn man alleine wohnt, sollte man zunächst überlegen, ob man im Stande ist, dem Hund alles anzubieten, was er braucht.
  6. Für Familien mit Kindern ist es wichtig, ob der Hund Kinder mag, weil sich nicht jede Hunderasse zu Spielen mit Kindern eignet. Das ist vor allem zu beachten, wenn wir uns einen älteren Hund anschaffen, der schon gewisse Angewohnheiten und Erfahrungen hat.
  7. Soll der Hund uns und unser Haus verteidigen? Viele, die alleine wohnen, möchten einen Hund haben, der signalisiert, dass jemand Fremder in der Nähe ist. Wenn wir und unsere Nachbarn lieber in Ruhe leben, kann solcher Hund problematisch sein.
  8. Sehr wichtig ist, welchen Charakter unser Hund haben soll: ruhig oder energisch, neugierig oder zurückhaltend? Wir müssen wissen, dass es viele Faktoren gibt, die den Charakter des Hundes gestalten, wie seine Eltern, Umgebung, Erfahrung – das ist besonders wichtig, wenn wir einen Hund aus dem Tierheim nehmen.

Wichtig ist, dass wir präzisieren, was wir dem Hund anbieten können und was von ihm erwarten. Bei mangelnder Erfahrung sollten wir jemanden um Hilfe bitten – einen Hundetrainer, Hundepsychologen oder auch jemanden, der mehr Erfahrung mit Hunden hat. Wenn wir einen Hund kaufen möchten, müssen wir uns bewusst sein, dass das eine ernste Entscheidung ist, die ohne Eile getroffen werden sollte.

Ein Kommentar

  • Anuschka

    Hm, ich bin grad auf diesen tollen Blog gestoßen, und ich muss sagen er gefällt mir ganz gut.

    Ich kann mich dem Artikel nur anschließen. Gerade der Zeitfaktor ist meiner Erfahrung nach ein sehr wichtiger Punkt. Dabei sollte man nicht von idealen, noch nie errichten Vorstellungen ausgehen, wie zB täglich um 6 Uhr mit dem Hund Joggen gehen, wenn man bisher nur schwer aus dem Bett gekommen ist, sondern sich an der Realität orientieren.

    Gerade wenn man alleine lebt und keine Ausweichperson vorhanden ist, kann es zeitlich schon mal schwierig werden. Ich finde, wenn es im Endeffekt so aussieht, dass der Hund den ganzen Tag alleine bleiben muss, vielleicht nur mit einem kurzen Gassigehen in der Tagesmitte, aber ansonsten er den Kontakt zu seinem Rudel nur am Abend besteht, dann fände ich es besser sich nicht für einen Hund zu entscheiden.

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