Winterruhe am Insektenhotel

Wenn im Herbst die Temperaturen in den Keller sinken und sich die Sonne nur noch wenige Stunden am Himmel zeigt, zieht Stille ins Insektenhotel ein. Dort, wo sich im Frühjahr und im Sommer Wildbienen und andere Insekten ein Stelldichein gaben, lässt sich nun kein Tier mehr blicken.

440211_web_R_by_Karl-Heinz Liebisch_pixelio.deDoch die Ruhe am Insektenhotel täuscht, denn hinter den verschlossenen Türen der Legeröhren entwickeln sich Wildbienen- und Solitärwespeneier zu Larven und Puppen. Sie warten auf die Zeit nach dem Winter, um sich dann als ausgewachsene Fluginsekten vom Insektenhotel aus in die Lüfte zu heben. Andere Insektengattungen, wie Florfliegen und Marienkäfer, verharren in Winterruhe, während der sie ihren Organismus auf einen Mindestwert herabsetzen, der geradeso zum Überleben reicht. Damit reduziert sich auch der Energieverbrauch, denn die Tiere müssen in den Insektenhotels von ihren vorher angelegten Reserven zehren. Grüne Florfliegen und Marienkäfer halten sich als Images hinter Rindenstücken oder Kiefernzapfen versteckt im Insektenhotel auf.

Ausführliche Informationen über Insektenhotels erhalten Sie auf dieser Homepage.

Das natürliche Gefüge am Insektenhotel

Innerhalb der Natur sind alle Vorgänge perfekt geplant. Deshalb schaden Eingriffe in den natürlichen Ablauf mehr, als dass sie nützen. Insektenhotels sollten über den Winter unbedingt an den bisherigen Standorten im Freien bleiben. Sie an einen wärmeren Platz im Keller zu bringen, würde eine Veränderung des natürlichen Kreislaufs der Jahreszeiten bedeuten. Ein wärmeres Umfeld löst bei den Larven und Puppen im Insektenhotel das Signal für ein baldiges Schlüpfen aus. Wenn Wespen und Bienen das Insektenhotel im Keller als flugfähige Tiere bereits im Dezember oder Januar verlassen und keine nährstoffreiche Kost in der Form von blühenden Pflanzen vorfinden, müssen sie innerhalb kurzer Zeit verenden.

Kein zusätzlicher Kälteschutz am Insektenhotel notwendig

Auch ein wohlgemeintes Einhüllen des Insektenhotels, um die Tiere vor eisiger Kälte zu schützen, wäre des Guten zu viel. Es sollte von Vorneherein klar sein, dass jedes Insektenhotel lediglich ein Ersatzhabitat für die darin lebenden Tiere darstellt. Normalerweise halten sich die Wildbienenlarven in altem Holz im Wald oder in hohlen Pflanzenstängeln auf der Wiese oder am Wegrand auf. Dort gibt es ebenfalls keinen zusätzlichen Schutz vor niedrigen Temperaturen, weshalb es für ein Insektenhotel auch keine extra Abschirmung vor Kälte bedarf. Das Zuhängen des Insektenhotels mit Folie würde dem Naturstoff Holz seine Atmungsaktivität nehmen. Auf Naturstoffe, wie etwa Leinen, zum Verhüllen des Insektenhotels kann auch verzichtet werden. Die Natur hat den Temperaturwechsel aufs Beste geregelt, denn die Körper der Insekten sind mit Stoffen versehen, die das Erfrieren der Tiere verhindern.

Jahrelange Nutzungsdauer von Insektenhotels

Bei Insektenhotels handelt es sich um keine Wegwerfartikel, die im Müll landen, sobald der Sinn nach einer neuen Dekoration im Garten steht. Jeder, der ein Insektenhotel im Garten platziert, sollte sich bewusst sein, dass er eine Heimstätte für wild lebende Tiere zur Verfügung stellt und deshalb auch eine gewisse  Verantwortung für deren Leben trägt. Die aus Holzmehl, Lehm oder Pflanzenteilen bestehenden Verschlüsse am Insektenhotel verhindern einen direkten Blick auf die heranreifenden Larven in den Legeröhren. Sobald die einzeln lebenden Fluginsekten aus der Niströhre geschlüpft sind, suchen sie sich einen Partner, mit dem sie sich paaren, um für Nachwuchs zu sorgen. Die Weibchen benutzen zur Eiablage sehr häufig das gleiche Insektenhotel, in dem sie selbst ihre Larven- und Puppenzeit zugebracht haben. Das eigene Kinderzimmer wird somit an die Nachkommenschaft vererbt. Da der Zeitpunkt des Generationenwechsels bei den verschiedenen Arten variiert, steht ein Insektenhotel in der Regel niemals leer. Ist tatsächlich die Erneuerung eines Insektenhotels nach etlichen Jahren geplant, empfiehlt sich zunächst die Überprüfung nach noch belegten Niströhren.

(Bildquelle: Liebisch, Karl-Heinz / pixelio.de)

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