Wundermittel Futterbeutel? Warum der vermeintliche Geheimtipp nicht funktionieren kann

Der Wolfsspitz | Foto: Arend Vermazeren / flickr

Manche Hunde entpuppen sich als Problemhunde. Einige Hundebesitzer sind allerdings auch nicht ganz ohne. Sobald ihr Hund Probleme mit Artgenossen hat oder seinem starken Jagdtrieb nachgibt, greifen sie zu den seltsamsten Methoden, um ihr Tier umzuerziehen. Einer der derzeit beliebtesten „Geheimtipps“, mit denen das Verhalten des Hundes geändert oder die Beziehung zwischen Besitzer und Tier verbessert werden soll, ist das Training mit dem Futterbeutel. Diese simple Methode, die eine schnelle Lösung der Probleme verspricht, hat nur einen Haken: Sie kann nicht funktionieren.


Training mit dem Futterbeutel – wie geht das?

Das Training mit dem Futterbeutel folgt einem sehr einfachen Aufbau: Das Herrchen füllt einen mit einem Reißverschluss versehenen Futterbeutel mit Hundefutter oder Leckerli. Dann darf der Hund etwas Futter aus dem Beutel fressen. Im nächsten Schritt wirft der Besitzer den Beutel weit von sich und lässt ihn vom Hund apportieren. Dieses „Spiel“ lässt sich variieren. Anfängern wird empfohlen, den Hund an einer Schleppleine zu führen, um ihn dazu zu motivieren, seinem Herrchen die Beute zu bringen.

Was soll das Training mit Futterbeutel und Schleppleine bringen?
Hundebesitzer mit einem intakten Verhältnis zu ihrem Tier werden sich fragen, worin der Sinn dieses „Spiels“ wohl liegen mag. Tierpsychologen, welche das Training mit dem Futterbeutel empfehlen, vertreten die Idee, dass sich der Hund, indem er den Beutel vom Herrchen öffnen lässt, immer wieder bestätigt. Die Schleppleine soll verdeutlichen, dass die Führung beim Menschen liegt.

Mögliche Probleme beim Spielen mit dem Futterbeutel

Tierpsychologen empfehlen das Training mit dem Futterbeutel besonders bei verhaltensauffälligen Tieren, die entweder Probleme mit Artgenossen oder einen unverhältnismäßig großen Hetz- und Beutetrieb haben. Doch nicht jeder Hund reagiert auf das Training so, wie es sich Verfechter der Methode vorstellen. Manche Hunde weigern sich, ihre Beute abzugeben und beginnen, diese aggressiv zu verteidigen. Einige Hunde interessieren sich im entscheidenden Moment einer Begegnung mit einem Aggressor nicht für Futter. Ist der Beutel leer, hat der Besitzer ein zusätzliches Problem. Manche Hunde verstehen das Wegwerfen des Beutels sogar als Aufforderung zum Jagen und verwechseln Hasen, Rehe oder Vögel mit dem Futterbeutel.

Fazit: Im besten Fall verstehen Hunde das Training mit dem Futterbeutel als Spiel. Als Erziehungsmaßnahme ist es vollkommen ungeeignet, weil es die Intelligenz und die natürlichen Verhaltensweisen des Tieres ignoriert.

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