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Harzer Roller

Beim Harzer Roller handelt es sich um eine Zuchform des Kanarienvogels. Der Harzer Roller ist heutzutage die weltweit am verbreiteste Zuchtform des beliebten Singvogels. Für die Namensgebung „Harzer Roller“ ist in erster Linie die Herkunft der Zuchtform, der Harz, verantwortlich. Im Harz wurden Kanarienvögel bereits im 19 Jahrhundert gezüchtet und waren schon damals europaweit für ihren einzigartigen Gesang bekannt.
Die Auswahl der Zuchttiere unterliegt bis heute sehr strengen Richtlinien, welche sich in erster Linie auf den Gesang der einzelnen Tiere beziehen. Durch dieses Auswahlverfahren gelang es den Züchtern Kanarienvögel mit einem einzigartige Gesang zu züchten.
Der Gesang eines Harzer Rollers wird in vier verschiedene Strophen oder Abschnitte, auch Touren genannt, unterteilt. Die so genannte „Hohlrolle“ stellt hierbei das wichtigste Element des Gesanges eines Harzer Rollers dar. Der Bassgesang der Vögel wird als „Knorre“ bezeichnet. Die weiteren zwei Elemente des Kanariengesangs werden „Hohlklingel“ und „Pfeife“ genannt. Zudem werden auch so genannte „Nebenpartituren“ genau katalogisiert. Hierbei finden sich Begriffe, wie „Wassertour, Glucke und Schocken“, welche ebenfalls einzigartige Gesangsstrophen der Vögel darstellen. Ein besonderes Merkmal des Harzer Rollers ist das Singen mit nahezu geschlossenem Schnabel.
Der Harzer Roller galt im 19. Jahrhundert als sehr wertvoller Vogel und wurde damals in viele verschiedene Länder sehr teuer verkauft. Die Zucht, der Verkauf und der Bau der Käfige stellte im 19. Jahrhundert ein sehr rentabler Nebenverdient für die Bergleute im Harz dar. Die Annahme, dass die Vögel für die Überprüfung des Sauerstoffgehaltes in den Bergwerkstollen gezüchtet wurden, entspricht nicht der Richtigkeit, da die Harzer Roller hierfür viel zu wertvoll waren. Für diesen Zweck wurden ausschließlich gefangene Wildvögel eingesetzt.

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