Scheinträchtigkeit

Die Scheinträchtigkeit ist eine hormonell bedingte Störung, die mitunter bei weiblichen Hunden vorkommt. Die Scheinträchtigkeit tritt bei Hunden in der Regel einige Tage nach der Läufigkeit auf und obwohl die Hündin nicht gedeckt wurde, weist sie Anzeichen einer Trächtigkeit auf. Beispielsweise schwellen  die Milchdrüsen der scheinträchtigen Hündin stark an und produzieren Milch, obwohl die Hündin nicht trächtig ist. Auch weisen Hündinnen bei einer Scheinträchtigkeit eine verstärkte Anhänglichkeit auf und die Tiere werden zusehends unruhiger und beginnen Nester zu bauen. Des Weiteren werden mitunter Spielsachen, wie beispielsweise Stofftiere von einer scheinträchtigen Hündin bemuttert und in das Nest getragen. Werden diese „Scheinwelpen“ vom Hundehalter wieder entfernt kann die scheinträchtige Hündin mit Aggressionen reagieren.

Die Scheinträchtigkeit wird von den Sachverständigen und Tierärzten auf einen genetischen Ursprung zurückgeführt, da bei den Vorfahren der Hunden, den Wölfen, die Scheinträchtigkeit sehr häufig vorkommt. Jedoch ist die Scheinträchtigkeit bei Wölfen äußerst sinnvoll und in Bezug auf den Arterhalt ungemein wichtig. Wölfe leben generell im Rudel und mithilfe der Scheinträchtigkeit können auch Rudelmitglieder die Versorgung der Welpen übernehmen, die diese nicht geworfen haben. Dies kann beispielsweise bei einer Erkrankung oder dem Tod des Muttertieres sehr sinnvoll sein, da die Wolfwelpen mithilfe der Scheinträchtigkeit in solch einem Fall auch von den weiteren weiblichen Rudelmitgliedern gesäugt werden können.

Die Scheinträchtigkeit bei Hunden kann entweder medikamentös behandelt werden, oder aber der Hundehalter versucht durch Ablenkung, wie sehr häufige und auch lange Spaziergänge, die scheinträchtige Hündin von ihrem Verhalten bezüglich der Scheinträchtigkeit abzubringen.

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